{"id":2641,"date":"2022-08-28T19:54:58","date_gmt":"2022-08-28T17:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.portraittheater.net\/?page_id=2641"},"modified":"2022-08-28T20:05:28","modified_gmt":"2022-08-28T18:05:28","slug":"lise-meitner-2-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.portraittheater.net\/?page_id=2641","title":{"rendered":"Margarethe Ottillinger"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Biografie Margarethe Ottillinger<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1919<\/strong> Am 6. Juni wird MO in Steinbach, einem kleinen Dorf in Mauerbach bei Wien, als Tochter eines B\u00e4ckers und einer Hausfrau geboren. Sie hat einen Bruder. Zun\u00e4chst besucht sie die Volksschule in Steinbach. Die 4. Klasse Volksschule absolviert sie in Wien H\u00fctteldorf. Danach besucht sie das Gymnasium in der Boerhavegasse im 3. Bezirk und wohnt im Internat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1937<\/strong> absolviert sie die Matura.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1938<\/strong> beginnt sie an der Hochschule f\u00fcr Welthandel zu studieren. Um ihr Studium zu finanzieren arbeitet sie nebenbei bei der Spedition Schenker.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1940<\/strong> Studienabschluss als Diplomkaufmann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1941<\/strong> schlie\u00dft sie ihr Studium als Doktor der Handelswissenschaften ab, mit ihrer Dissertation \u201eDie Donau &#8211; Wasserstra\u00dfe Gro\u00dfdeutschlands und Verkehrsweg nach dem Nahen Osten\u201c. Nach dem Studium arbeitet sie u. a. bei der Firma Feigenkaffee Kuhlemann, sowie bei den Veitscher Magnesitwerken. Um nicht Parteimitglied der NSdAP werden zu m\u00fcssen, meldet sie sich freiwillig als Krankenschwester beim Roten Kreuz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1942<\/strong> wird sie Mitarbeiterin der Reichsvereinigung Eisen, zun\u00e4chst als Leiterin der statistischen Abteilung und Referentin f\u00fcr sozialwirtschaftliche Fragen bei der Reichsvereinigung Eisen, Au\u00dfenstelle S\u00fcdost.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1944<\/strong> \u00fcbernimmt sie die Leitung der Gesch\u00e4ftsstelle Reichsvereinigung Eisen in Wien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1945<\/strong> Nach Kriegsende wird sie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Fachverbandes Berg- und H\u00fcttenwerke der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1946<\/strong> lernt sie bei der Wiederer\u00f6ffnung des Hochofens Donawitz Planungsminister Peter Krauland kennen, der sie als Mitarbeiterin f\u00fcr sein Ministerium haben will. Sie wechselt als Konsulentin in das von ihm geleitete Ministerium f\u00fcr Verm\u00f6genssicherung und Wirtschaftsplanung. In der Planungssektion erlangt sie gute Kenntnis von den Pl\u00e4nen zum \u00f6sterreichischen Wirtschaftsaufbau sowie \u00fcber die von der Sowjetunion beschlagnahmten USIA-Betriebe, was sie f\u00fcr die Sowjets verd\u00e4chtig macht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1947<\/strong> wird sie Sektionschefin im Planungsministerium, wo sie zentral an den Wirtschaftspl\u00e4nen f\u00fcr den Wiederaufbau \u00d6sterreichs sowie an der Marshallplanhilfe f\u00fcr \u00d6sterreich arbeitet. Dank ihrer Vorarbeiten gelingt es, f\u00fcr \u00d6sterreich die zweith\u00f6chste Pro-Kopf-Zuweisung (nach Norwegen) aus dem Marshallplan zu sichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1948<\/strong> Am 5. November wird sie auf dem Weg von einer amtlichen Besprechung in Linz auf der R\u00fcckfahrt beim \u00dcbertritt in die sowjetische Zone auf der ober\u00f6sterreichischen Ennsbr\u00fccke bei St. Valentin von sowjetischen Besatzungssoldaten festgenommen. Minister Krauland, der ebenfalls im Wagen ist, darf weiterfahren. Sie wird als &#8222;US-Spionin&#8220; zun\u00e4chst in der russischen Kommandatur in Baden bei Wien gefangen gehalten, wo man versucht, sie zu einem Gest\u00e4ndnis zu zwingen. Die genauen Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Verhaftung sind bis heute nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. MO selbst vertritt sp\u00e4ter die Ansicht, ihre Verhaftung sei lange von zwei \u00d6sterreichern geplant gewesen, wollte jedoch ohne schriftliche Beweise und aus Prinzip die Namen der Personen nicht nennen. Der Historiker Stefan Karner, der Einsicht in die KGB Akten erhielt und diese auch publizierte, geht davon aus, dass der sowjetische Geheimdienst Peter Krauland treffen wollte, in dem man seine wichtigste Mitarbeiterin anhand falsch konstruierter Anschuldigungen verhaften lie\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1949<\/strong> Am 25. Mai wird sie wegen Beihilfe zum Landesverrat sowjetischer Offiziere und wegen Wirtschaftsspionage zugunsten der Vereinigten Staaten zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von <strong>1949 bis 1955<\/strong> ist sie in verschiedenen russischen Straflagern (v. a. in Potma, Lubjanka, Butyrka) interniert und erkrankt aufgrund der schlechten Lebensbedingungen und schweren Arbeitslast immer wieder schwer. W\u00e4hrend ihrer Erkrankungen in der Gefangenschaft findet sie Trost und Hoffnung im Glauben und schw\u00f6rt nach ihrer Entlassung eine Kirche bauen zu lassen, sollte sie \u00fcberleben. Nach dem Tod Stalins kommt es zu gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen in der UdSSR. 1955 wird MO anl\u00e4sslich einer gr\u00f6\u00dferen Amnestie rund um den Abschluss des Staatsvertrages aus der Haft entlassen. Sie strengt eine Rehabilitation bei der sowjetischen Justiz an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1955<\/strong> Am 25. Juni kehrt sie in einem Zug nach \u00d6sterreich zur\u00fcck. Weil sie k\u00f6rperlich zu schwach ist, wird sie auf einer Tragbahre aus dem Zug gehoben &#8211; ein Bild, das um die Welt geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1956<\/strong> wird das Urteil gegen sie offiziell aufgehoben und MO vollst\u00e4ndig rehabilitiert. Nachdem sie sich gesundheitlich halbwegs erholt hat, versucht sie wieder im Ministerium eine Arbeitsstelle zu bekommen, was ihr jedoch versagt bleibt. Anton Benya und Felix Hurdes bem\u00fchen sich erfolglos eine Stelle f\u00fcr sie zu finden. Erst auf Initiative von Bundeskanzler Julius Raab kann sie als Konsulentin bei der neugegr\u00fcndeten \u00d6sterreichischen Mineral\u00f6lverwaltung (\u00d6MV) anfangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1957<\/strong> wird sie Prokuristin in der \u00d6MV und kurz darauf Vorstandsmitglied bis zu ihrer Pensionierung 1982. Als Mitglied des vierk\u00f6pfigen Vorstands ist sie f\u00fcr Personal, wirtschaftliche Planung und Koordinierung zust\u00e4ndig. Neben ihrer T\u00e4tigkeit bei der \u00d6MV ist sie in mehreren Aufsichtsr\u00e4ten t\u00e4tig sowie Vorsitzende des arbeitsrechtlichen Ausschusses und Ausschussmitglied des Fachverbandes der Erd\u00f6lindustrie \u00d6sterreichs. Dar\u00fcber hinaus engagiert sie sich ehrenamtlich, u. a. als Kuratoriumsmitglied des Afro-Asiatischen Instituts und der Stiftung Pro Oriente.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1964<\/strong> kontaktiert sie auf Empfehlung von Pr\u00e4lat Unger den Bildhauer Fritz Wotruba bzgl. der Gestaltung und Errichtung einer Kirche. Sie gewinnt Kardinal Franz K\u00f6nig f\u00fcr das Projekt und \u00fcberredet viele PolitikerInnen und Unternehmen den Bau einer Kirche finanziell zu unterst\u00fctzen. Zun\u00e4chst will sie eine Karmelkirche in ihrem Heimatort Steinbach bauen lassen, erwirkt dort jedoch keine Zustimmung. Auf der Suche nach einer geeigneten Fl\u00e4che werden Wotruba und MO schlie\u00dflich in Wien f\u00fcndig, auf dem Gebiet einer ehemaligen Luftwaffenkaserne am Georgenberg (im 23. Bezirk in Wien Mauer).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1968<\/strong> Die \u00d6MV handelt als erstes Land in Europa Gasliefervertr\u00e4ge mit der UdSSR aus. Aufgrund ihrer Russisch-Kenntnisse, die sie sich in der Gefangenschaft angeeignet hat, ist sie intensiv an den Verhandlungen beteiligt. Ab 1968 flie\u00dft russisches Gas nach \u00d6sterreich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Von <strong>1974 bis 1976<\/strong> wird die \u201eWotrubakirche\u201c gebaut und am 24. Oktober 1976 als &#8222;Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit&#8220; eingeweiht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1982<\/strong> geht MO (widerwillig) in Pension. Fortan widmet sie sich Reisen, ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten sowie nach wie vor der Jagd. Sie vertieft sich immer mehr in die Spiritualit\u00e4t der Servitinnen und \u00fcbersiedelt schlie\u00dflich zeitweise (neben ihrer Wohnung in Purkersdorf) in ein PensionistInnenheim, das von der Ordensgemeinschaft gef\u00fchrt wird. Kurz vor ihrem Tod tritt sie der Gemeinschaft als Tertiarierin bei.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>1992<\/strong> Am 30. November stirbt sie in Wien und wird auf dem Friedhof in Wien-Mauer in der Grabst\u00e4tte der Servitinnen begraben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>2013<\/strong> wird der Platz vor der Wotruba-Kirche in Ottillinger-Platz umbenannt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201cEs war der Wunsch, nicht im Allt\u00e4glichen dahinzuvegetieren, sondern an der Spitze zu stehen, wie ein Mann Verantwortung zu tragen und arbeiten zu k\u00f6nnen.\u201c\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Margarethe Ottillinger<\/span><\/p>\n<p><cite>\u00a0<\/cite><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biografie Margarethe Ottillinger 1919 Am 6. Juni wird MO in Steinbach, einem kleinen Dorf in Mauerbach bei Wien, als Tochter eines B\u00e4ckers und einer Hausfrau geboren. Sie hat einen Bruder. Zun\u00e4chst besucht sie die Volksschule in Steinbach. Die 4. 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