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Mária Telkes

Al Ravenna / Library of Congress Public Domain via Wikimedia Commons

 

Am 12. Dezember 1900 wird sie in Budapest, damals Österreich-Ungarn, als Tochter von Aladar Telkes und Maria Laban de Telkes in eine wohlhabende Familie geboren. Sie hat sieben Geschwister. Bereits mit elf Jahren richtet sie sich im Gartenhaus ihrer Eltern ein kleines Chemielabor ein.

1919 beginnt sie in Budapest  physikalische Chemie zu studieren. Während des Studiums liest sie das Buch „Energy Sources of the Future“ von Kornél Zelovich, das ihr Interesse an der Nutzung von Sonnenenergie weckt.  

1924 erhält sie ihr Doktorat in physikalischer Chemie. Danach arbeitet sie kurze Zeit als Dozentin an der Universität Budapest.

1925 besucht sie ihren Onkel Ernő Ludvig, den ungarischen Konsul, in Cleveland und beschließt in den USA zu bleiben.

1925–1937 arbeitet sie an der Cleveland Clinic Foundation als Biophysikerin. Sie forscht zur Energie lebender Organismen. Gemeinsam mit dem Chirurgen George Washington Crile entwickelt sie ein photoelektrisches Gerät zur Aufzeichnung von Hirnströmen.

1934 entwickelt sie neben ihrer Arbeit nachts ein Thermoelement zur Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Ihre wissenschaftliche Arbeit findet öffentliche Beachtung,  eine zeitgenössische Zeitung wählt sie zu einer der bemerkenswertesten Frauen des Jahres.

1937 wird sie US-amerikanische Staatsbürgerin. Im selben Jahr wechselt sie zu Westinghouse Electric als Forschungsingenieurin und arbeitet an der Umwandlung von Wärme in elektrische Energie.

Ab 1939 arbeitet sie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), als Teil eines großen Solarenergieprojekts (Solar Energy Conversion Project). Dort entwickelt sie thermoelektrische Geräte, die Sonnenenergie nützen. Leiter des Projekts ist Hoyt Hottel.

1941/ 1942 arbeitet sie während des Zweiten Weltkrieges an einem Projekt für das U.S. Office of Scientific Research and Development: sie entwickelt ein solarbetriebenes Wasserentsalzungsgerät, wodurch Meereswasser in Trinkwasser verwandelt wird. Das Gerät ist für US-Piloten bestimmt, die Pazifik abgeschossen werden und tagelang im Meer herumtreiben.

Ab 1945 konzentriert sie sich wieder auf die Forschung zur Nutzung und Speicherung von Sonnenenergie. Erste Versuche mit Solarhäusern am MIT-Gelände sind nicht erfolgversprechend. Sie wird in die metallurgische Abteilung des MIT versetzt.

1948 baut sie gemeinsam mit der Architektin Eleanor Raymond und der Bildhauerin und Investorin Amelia Peabody das Dover Sun House in Dover, Massachusetts. Das Dover Sun House ist das erste vollständig mit Sonnenenergie beheizte Wohnhaus. Telkes entwickelt dafür ein Wärmespeichersystem mit Natriumsulfat, auch Glaubersalz genannt. Die Sonnenwärme wird tagsüber gespeichert und später zum Heizen abgegeben.

1948-1951 Das Dover Sun House in Massachusetts erregt großes öffentliches Interesse. Zeitungen und Zeitschriften berichten über das Haus und schreiben über die „Sonnenkönigin“. Zahlreiche Besucher:innen reisen zur Besichtigung nach Dover. Das Haus heizt über zweieinhalb Winter erfolgreich mit Sonnenwärme.

1952 erhält sie als erste Frau den Achievement Award der Society of Women Engineers.

1953 erhält sie ein Stipendium der Ford Foundation zur Entwicklung eines einfachen Solarofens, mit dem man ohne Strom und ohne Brennstoff kochen kann.

1953 wird sie vom MIT gekündigt. Sie wechselt zum College of Engineering der New York University. Dort gründet und leitet sie ein Labor für Solarenergieforschung.

1954 wird die Solarheizung des Dover Sun House durch eine Ölheizung ersetzt wegen der Korrosion von Metallbehältern durch das Glaubersalz. Das Experiment wird in der Öffentlichkeit als Beweis für das Scheitern von Projekten mit Solarenergie gewertet.

In den 1960er-Jahren arbeitet Maria weiter an Solarenergie, Wärmespeicherung und Materialien für extreme Bedingungen. Sie leitet unter anderem Solarenergielabore bei Curtiss-Wright und Melpar.

1968 lässt sie ihre solarbetriebene Entsalzungsanlage patentieren. Die Anlage wird später Teil militärischer Notfallausrüstung.

1969 geht sie zum Institute of Energy Conversion der University of Delaware. Dort arbeitet sie an Solar One mit, einem experimentellen Solarhaus, das Wärme und elektrische Energie aus Sonnenenergie gewinnt.

1977 erhält sie den Charles Greeley Abbot Award der American Section der International Solar Energy Society. Im gleichen Jahr würdigt das Building Research Advisory Board der National Academy of Sciences Marias Lebenswerk.

1977 lässt sie einen Solar-Luftheizer patentieren. Das Gerät nutzt verstellbare Aluminiumlamellen, um Sonnenwärme je nach Jahreszeit aufzunehmen oder zu reflektieren. Im Laufe ihres Lebens meldet sie insgesamt mehr als 20 Patente an.

1978 geht sie in den Ruhestand. Sie bleibt weiterhin Beraterin der University of Delaware.

1980 wird sie vom US-Energieministerium angefragt, als Beraterin an der Entwicklung eines solar-elektrischen Wohnhauses in Carlisle, Massachusetts mitzuarbeiten.

Am 2. Dezember 1995 stirbt Mária Telkes während ihres ersten Heimatbesuchs nach 70 Jahren.

2012 wird Mária Telkes in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

 

„Um innvoativ zu sein, musst du zunächst bereit sein zu scheitern, zu experimentieren und Dinge zu hinterfragen.“

Mária Telkes

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