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Caroline Herschel

Slawa Horowitz-Duldig

ca. 1938, Duldig Studio and Eva de Jong-Duldig, Inv. No. 6012, ©2026 Duldig Studio, photographer unknown

 

Am 28. November 1901 wird Slawa Horowitz in Horucko bei Lemberg, damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine, als Tochter einer jüdischen Familie geboren.

1911 übersiedelt ihre Familie aufgrund der zunehmend schwierigeren Situation für die jüdische Bevölkerung in Lemberg nach Wien. Die Familie wohnt im 7. Bezirk. Slawa besucht die Kunstschule für Frauen und Mädchen und zeigt früh Talent für Zeichnung, Design und Bildhauerei.

1922 – 1925 studiert sie bei dem Bildhauer Anton Hanak als Privatschülerin und lernt dort den Bildhauer Karl Duldig kennen.

1926 beginnt sie ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, u.a. bei Hans Bitterlich. In den folgenden Jahren stellt sie im Wiener Künstlerhaus und in der Secession aus und arbeitet als freie Künstlerin.

1928 entwickelt sie nach einem verregneten Besuch im Kunsthistorischen Museum die Idee für einen kompakten, faltbaren Regenschirm, der in eine Handtasche passen soll.

1929 schließt sie ihr Studium ab. Sie erhält internationale Patente für ihren Taschenschirm „Flirt“. Der Schirm wird in Österreich und Deutschland produziert und bereits im ersten Jahr rund 10.000 Mal verkauft.

1931 heiratet sie Karl Duldig. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Taschenschirms sichern ihre finanzielle Basis.

1938 wird ihre Tochter Eva geboren. Kurz darauf erfolgt der Anschluss. Die Familie muss vor den Nazis aus Wien fliehen und gelangt in die Schweiz. Die Patentrechte an ihrem Schirm verkauft sie zu einem sehr niedrigen Preis an die Hersteller Brüder Wüster.

1939 reist sie mit Mann und Kind weiter nach Singapur.

1940 Weiterreise nach Australien. Obwohl sie vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, wird die Familie dort als sogenannte „Enemy Aliens“ für 1,5 Jahre interniert.

Von 1944 bis 1975 etabliert sie sich in Melbourne erneut als Lehrerin, Künstlerin und Designerin.

Am 16. August 1975 stirbt Slawa Horowitz-Duldig in Melbourne.

Seit 1996 bewahrt das Duldig Studio in Melbourne den künstlerischen Nachlass von Slawa und Karl Duldig.

 

„Es geschah an einem Mai-Morgen, einem kalten und regnerischen Tag, dass ich mich mit einem großen Regenschirm bewaffnete und vor mich hinmurmelte: Warum um alles in der Welt muss ich dieses völlig unhandliche Ding mit mir herumschleppen? Kann man nicht einen kleinen Klappschirm erfinden, den man leicht in einer Tasche mitnehmen kann?“

Slawa Horowitz-Duldig

Mária Telkes

Al Ravenna / Library of Congress Public Domain via Wikimedia Commons

 

Am 12. Dezember 1900 wird sie in Budapest, damals Österreich-Ungarn, als Tochter von Aladar Telkes und Maria Laban de Telkes in eine wohlhabende Familie geboren. Sie hat sieben Geschwister. Bereits mit elf Jahren richtet sie sich im Gartenhaus ihrer Eltern ein kleines Chemielabor ein.

1919 beginnt sie in Budapest  physikalische Chemie zu studieren. Während des Studiums liest sie das Buch „Energy Sources of the Future“ von Kornél Zelovich, das ihr Interesse an der Nutzung von Sonnenenergie weckt.  

1924 erhält sie ihr Doktorat in physikalischer Chemie. Danach arbeitet sie kurze Zeit als Dozentin an der Universität Budapest.

1925 besucht sie ihren Onkel Ernő Ludvig, den ungarischen Konsul, in Cleveland und beschließt in den USA zu bleiben.

1925–1937 arbeitet sie an der Cleveland Clinic Foundation als Biophysikerin. Sie forscht zur Energie lebender Organismen. Gemeinsam mit dem Chirurgen George Washington Crile entwickelt sie ein photoelektrisches Gerät zur Aufzeichnung von Hirnströmen.

1934 entwickelt sie neben ihrer Arbeit nachts ein Thermoelement zur Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Ihre wissenschaftliche Arbeit findet öffentliche Beachtung,  eine zeitgenössische Zeitung wählt sie zu einer der bemerkenswertesten Frauen des Jahres.

1937 wird sie US-amerikanische Staatsbürgerin. Im selben Jahr wechselt sie zu Westinghouse Electric als Forschungsingenieurin und arbeitet an der Umwandlung von Wärme in elektrische Energie.

Ab 1939 arbeitet sie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), als Teil eines großen Solarenergieprojekts (Solar Energy Conversion Project). Dort entwickelt sie thermoelektrische Geräte, die Sonnenenergie nützen. Leiter des Projekts ist Hoyt Hottel.

1941/ 1942 arbeitet sie während des Zweiten Weltkrieges an einem Projekt für das U.S. Office of Scientific Research and Development: sie entwickelt ein solarbetriebenes Wasserentsalzungsgerät, wodurch Meereswasser in Trinkwasser verwandelt wird. Das Gerät ist für US-Piloten bestimmt, die Pazifik abgeschossen werden und tagelang im Meer herumtreiben.

Ab 1945 konzentriert sie sich wieder auf die Forschung zur Nutzung und Speicherung von Sonnenenergie. Erste Versuche mit Solarhäusern am MIT-Gelände sind nicht erfolgversprechend. Sie wird in die metallurgische Abteilung des MIT versetzt.

1948 baut sie gemeinsam mit der Architektin Eleanor Raymond und der Bildhauerin und Investorin Amelia Peabody das Dover Sun House in Dover, Massachusetts. Das Dover Sun House ist das erste vollständig mit Sonnenenergie beheizte Wohnhaus. Telkes entwickelt dafür ein Wärmespeichersystem mit Natriumsulfat, auch Glaubersalz genannt. Die Sonnenwärme wird tagsüber gespeichert und später zum Heizen abgegeben.

1948-1951 Das Dover Sun House in Massachusetts erregt großes öffentliches Interesse. Zeitungen und Zeitschriften berichten über das Haus und schreiben über die „Sonnenkönigin“. Zahlreiche Besucher:innen reisen zur Besichtigung nach Dover. Das Haus heizt über zweieinhalb Winter erfolgreich mit Sonnenwärme.

1952 erhält sie als erste Frau den Achievement Award der Society of Women Engineers.

1953 erhält sie ein Stipendium der Ford Foundation zur Entwicklung eines einfachen Solarofens, mit dem man ohne Strom und ohne Brennstoff kochen kann.

1953 wird sie vom MIT gekündigt. Sie wechselt zum College of Engineering der New York University. Dort gründet und leitet sie ein Labor für Solarenergieforschung.

1954 wird die Solarheizung des Dover Sun House durch eine Ölheizung ersetzt wegen der Korrosion von Metallbehältern durch das Glaubersalz. Das Experiment wird in der Öffentlichkeit als Beweis für das Scheitern von Projekten mit Solarenergie gewertet.

In den 1960er-Jahren arbeitet Maria weiter an Solarenergie, Wärmespeicherung und Materialien für extreme Bedingungen. Sie leitet unter anderem Solarenergielabore bei Curtiss-Wright und Melpar.

1968 lässt sie ihre solarbetriebene Entsalzungsanlage patentieren. Die Anlage wird später Teil militärischer Notfallausrüstung.

1969 geht sie zum Institute of Energy Conversion der University of Delaware. Dort arbeitet sie an Solar One mit, einem experimentellen Solarhaus, das Wärme und elektrische Energie aus Sonnenenergie gewinnt.

1977 erhält sie den Charles Greeley Abbot Award der American Section der International Solar Energy Society. Im gleichen Jahr würdigt das Building Research Advisory Board der National Academy of Sciences Marias Lebenswerk.

1977 lässt sie einen Solar-Luftheizer patentieren. Das Gerät nutzt verstellbare Aluminiumlamellen, um Sonnenwärme je nach Jahreszeit aufzunehmen oder zu reflektieren. Im Laufe ihres Lebens meldet sie insgesamt mehr als 20 Patente an.

1978 geht sie in den Ruhestand. Sie bleibt weiterhin Beraterin der University of Delaware.

1980 wird sie vom US-Energieministerium angefragt, als Beraterin an der Entwicklung eines solar-elektrischen Wohnhauses in Carlisle, Massachusetts mitzuarbeiten.

Am 2. Dezember 1995 stirbt Mária Telkes während ihres ersten Heimatbesuchs nach 70 Jahren.

2012 wird Mária Telkes in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.

 

„Um innvoativ zu sein, musst du zunächst bereit sein zu scheitern, zu experimentieren und Dinge zu hinterfragen.“

Mária Telkes

Medieninformation: Sternenfrauen

Medieninformationen

Download: Medieninformation_Sternenfrauen

24. Oktober 202024. Mai 2023 anitazieher Getaggt mit Astronautin, Astronomie, Caroline Herschel, Female empowerment, Frauengeschichte, Herstory, MINT, Sally Ride, Space, Weltraum, Williamina Fleming, Wissenschaftlerinnen, WomeninSTEM

Caroline Herschel

Caroline Herschel Science History Images/ Alamy

Biographie Caroline Herschel

Am 16. März 1750 wird sie als Caroline Lucretia Herschel geboren. Sie ist das einzige Mädchen unter den fünf überlebenden Kindern von Isaak und Anna Ilse Herschel. Der Vater ist Militärmusiker, die Söhne bekommen ebenfalls eine Ausbildung als Musiker. Der Vater gibt ihr Geigenunterricht, was von der Mutter nicht gerne gesehen wird, weil sie fürchtet, dass Caroline sie „durch zu viel Bildung“ ebenso verlassen könnte wie die Söhne. Der einzige Bruder, der sich um sie kümmert, ist Wilhelm.

Ab 1756 besucht sie die Garnisonsschule in Hannover, wo sie Schreiben und Lesen sowie Handarbeitsfähigkeiten lernt. Mädchen wurden nicht in Rechnen unterrichtet, weshalb sie sich diese Kenntnisse erst später erarbeitet. Nach dem Abschluss der Schule will der Vater ihr eine höhere Erziehung zukommen lassen, die Mutter lehnt dies ab und schickt sie zu einer Weißnäherin, um die Anfertigung von Wäsche für die Familie zu erlernen.

1760 erkrankt sie an Typhus, weshalb sie nur zu einer Größe von 1,40 Meter heranwächst. Ihre Brüder Wilhelm und Alexander ziehen 1765 nach England, wo sie ihre Dienste als Musiker anbieten. 1766 erhält Wilhelm eine feste Anstellung als Organist in Bath. Im Laufe der Jahre komponiert er u. a. 6 Symphonien.

1767 stirbt ihr Vater. Sie verrichtet für die Mutter Haushaltstätigkeiten.

1772 Bei einem Besuch schlägt Wilhelm vor, dass Caroline zu ihm nach Bath kommt, wo er sie zur Sängerin für seine Konzerte ausbilden und als Haushälterin beschäftigen will. Nachdem er ihrer Mutter eine Leibrente zusagt, von der sie ein Dienstmädchen einstellen kann, willigt diese ein. Mit 22 Jahren reist Caroline in einer stürmischen Überfahrt nach England. Ihr Bruder Alexander Herschel wohnt ebenfalls in Bath. Sie arbeitet als Haushälterin für ihren Bruder und wird von ihm in Gesang sowie in Geometrie und Mathematik unterrichtet.

1773 beginnt Wilhelm sich immer mehr mit Astronomie zu beschäftigen. Er kauft Instrumente und Werkzeug, um Beobachtungen durchführen zu können. Caroline und Alexander unterstützen ihn dabei. Caroline übernimmt immer mehr Aufgaben in der Werkstatt und überträgt sämtliche Beobachtungen in Reinschrift und führt Berechnungen zur Bestimmung der Position der Sterne durch.

1775 Umzug in ein neues Haus in Bath. Auf dem Rasenplatz wird ein Teleskop von rund 6 Meter Länge errichtet. Die Konstruktion und der Verkauf von Teleskopen beanspruchen immer mehr ihrer Zeit. Bei der Herstellung und Verwendung der Instrumente kommt es immer wieder zu Unfällen. Sie kopiert für ihren Bruder Partituren für das Orchester und studiert seine Werke mit kleinen Chören ein, darüber hinaus hat sie erste kleinere Auftritte. Nach den Konzerten beginnen sie den Nachthimmel zu beobachten.

1777 Umzug in ein neues Haus in Bath (19 King Street), das heute als Herschel-Museum besichtigt werden kann.

1778 hat sie ihren ersten großen Auftritt in Bath als Sängerin beim Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel und erhält dafür viel Anerkennung.

Am 13. März 1781 entdeckt Wilhelm den Planeten Uranus. Die wissenschaftliche Sensation macht ihn von einem Tag auf den anderen berühmt. Der König bietet ihm an königlicher Hofastronom zu werden mit einem Gehalt von 200 Pfund im Jahr, sodass er nicht mehr als Musiker arbeiten muss und sich ganz auf die Astronomie konzentrieren kann. Caroline gibt ihre musikalische Laufbahn auf und begleitet ihren Bruder als seine Assistentin.

1782 Umzug nach Datchet (nahe Windsor), von wo aus Wilhelm als Hofastronom arbeitet. Auf dem Dach des neuen Hauses ist Platz für Beobachtungen mit einem kleineren Newton-Teleskop, „Sweeper“ genannt, mit dem Caroline selbstständig zu arbeiten beginnt. Sie entdeckt 3 neue Nebulae.

1786 Umzug nach Slough. Wilhelm lässt ein 13-Meter langes Teleskop errichten. Als es fertig ist, sprechen viele von einem 8. Weltwunder. Allerdings erweist es sich in der Handhabung als viel zu schwerfällig und wartungsbedürftig.

Am 1. August 1786 entdeckt Caroline ihren ersten Kometen (35P/Herschel-Rigollet). Sie korrespondiert mit Sir Banks von der Royal Society, der dafür sorgt, dass ihr „historischer Brief“ mit der Ankündigung eines neuen Kometen veröffentlicht wird. Es ist ihre erste Publikation. Bis 1897 entdeckt sie insgesamt 8 Kometen (5 davon Erstsichtungen), darüber hinaus Nebulae und Sternhaufen.

1787 wird ihr schließlich vom König ein Gehalt von 50 Pfund im Jahr auf Lebenszeit zuerkannt, nach einem Gesuch ihres Bruders und auf Antrag von Sir Joseph Banks von der Royal Society. Sie ist die erste Frau, die für eine wissenschaftliche Tätigkeit ein Gehalt bekommt.

1788 heiratet Wilhelm die wohlhabende Nachbarin Mary Pitt. Caroline zieht in eine eigene Wohnung. Das Verhältnis zur Schwägerin ist gespannt, verbessert sich jedoch mit der Geburt von John Herschel, zu dem sie eine sehr innige Verbindung entwickelt. Sie arbeitet weiter am Observatorium für ihren Bruder und führt selbständig Beobachtungen durch. Sie überträgt und korrigiert die 67 Publikationen von Wilhelm Herschel, wird jedoch nicht als Mitautorin genannt. Ihr Bruder weist allerdings in Berichten darauf hin, welche Himmelserscheinungen von ihr entdeckt werden. Ihre Anerkennung in der astronomischen Welt zeigt sich auch darin, dass sie selbständig mit Astronomen einen fachlichen Austausch führt, wie z. B. mit dem Hofastronomen Sir Nevil Maskelyne.

1798 präsentiert sie der Royal Society ihre Bearbeitung des John Flamsteed Sternenkatalogs, der gedruckt wird und wofür sie später einige Auszeichnungen erhält.

1800 Wilhelm und Caroline entdecken bei einem Versuch mit einem Glasprisma, dass die Farben des Lichtspektrums unterschiedlich warm strahlen und es sogar „unsichtbares Licht“ gibt, das man messen kann und heute als Infrarotstrahlung bekannt ist.

1822 stirbt ihr Bruder Wilhelm. Sie beschließt nach Hannover zurückzukehren, um ihren Lebensabend bei der Familie ihres Bruders Dietrich zu verbringen. Vom Leben in Hannover ist sie nicht sehr angetan, sie erregt Aufsehen als „gelehrte Frau“. Sie bekommt Besuch von berühmten Wissenschaftlern wie Carl Friedrich von Gauß und Alexander von Humboldt. Ihrem Neffen John Herschel schickt sie 8 Bände wissenschaftliche Manuskripte, damit dieser sie zur Veröffentlichung bringt.

1828 erhält sie die goldene Medaille der Royal Astronomical Society und wird 1835 deren Ehrenmitglied. Einige weitere Auszeichnungen, u. a. 1846 von der Königlichen Irischen Akademie der Wissenschaften und in Preußen die große goldene Preismedaille für die Erweiterung der Wissenschaften. In Hannover schreibt sie „eine kleine Geschichte ihres Lebens“, die später von John Herschels Ehefrau veröffentlicht wird.

Am 9. Jänner 1848 stirbt sie im Alter von fast 98 Jahren in Hannover.

 

Was wäre eine Frau ohne Eitelkeit, ja was wäre ein Mann ohne diese? Der Unterschied ist nur der, dass man sie bei den Männern gewöhnlich Ehrgeiz nennt.

Caroline Herschel

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